Manfred Beck Arnstein - Lanzarote

Lanzarote

In der Abgeschiedenheit entstanden zunächst Reflexionen auf die Natur, kleinere tastende Landschaftsstudien. Beck-Arnstein tauchte tief in die Gründe seines eigenen Unbewußten und schuf, in unverändert altmeisterlicher Perfektion, die schon in Deutschland zu seinem Markenzeichen geworden war, Bilder der Archetypen. "Eros und Psyche", "Cleopatra", "Medusa" - verführerisch und bedrohlich wurden sie von Ihm inszeniert. Nach einer pesönlichen und kreativen Krise, bis hin zu einer Krebserkrankung, spürte Beck-Arnstein die Notwendigkeit zur Umkehr: "Ich hatte erfahren, welche Macht das Eremitendasein über mich bekommen hatte, und daß es mir nicht gut tat. Nach meiner überraschenden, vollständigen Heilung beschloß ich, zu meinem Atelier im Norden noch eine kleinere Wohnung im Süden, in Puerto del Carmen, zu mieten, um wieder näher an der Welt zu sein."

Das lebendige ehemalige Fischerdörfchen, seit Jahren einer der Hauptanziehungspunkte für Touristen, ist zu Beck-Arnsteins Heimat während der Sommermonate geworden. Den Tag beginnt er mit einem Kaffee auf der selbstgebauten, geweißelten Dachterrasse. Von dort genießt Beck-Arnstein einen herrlichen Blick über den Ort, bis hinauf zum Peñas del Cache, dem mit 671 Metern höchsten Vulkan der Insel. Die tägliche künstlerische Arbeit steht im Zentrum eines jeden Tages. Am Anfang des Bildfindungsprozesses steht das Collagieren. Aus Zeitungen, Büchern und Zeitschriften reißt der Künstler Stücke aus, die der Farbstimmung, die er sich für ein Gemälde vorstellt, entspricht. So entsteht eine erstaunlich abstrakte Landschaft, die viel mit den Collagen Max Ernsts gemein hat, ein perfekter Malgrund. Mit zahllosen Schichten von Acryllasuren gestaltet Beck-Arnstein anschließend seine Bilder.

Bis zu einigen Jahren malte er früher an einer Arbeit: "Heute zügle ich mich und versuche, nicht länger als ein halbes Jahr an einem Bild zu malen." Das Ergebnis, mit einem letzten Firnis überzogen, verdichtet alle Farbaufträge zu einer Oberfläche von geheimnisvoller Dichte, auf der das Licht derart gebrochen wird, daß der Farbauftrag nicht mehr zu entdecken ist. Die Tafelbilder haben die Strahlkraft alter Ikonen. Das mag ihre besondere Faszination ausmachen.

Beck-Arnstein spürt die allmähliche Veränderung. Doch mehr und mehr finde ich zu klaren Formen, die das figürliche hinter sich lassen. Vielleicht wird es ja irgendwann den abstrakten Beck-Arnstein geben.

Er beschloss, sich den Elementen auszusetzen.

(Mit freundlicher Genehmigung Rheinische Post, Magdalena Kröner)