Manfred Beck Arnstein - Lanzarote

Lanzarote

Lanzarote: eine Schönheit mit rauhem Antlitz. Von kraftvollen Kontrasten bestimmt. Schwarzer Stein überall. Weiße Häuser. Stachelige Kakteen. Die klare Kühle des Atlantik, der gegen schroffe Felsen brandet und Wasser, das im Timanfaya Nationalpark kochend heiß aus dem Erdinneren schießt. Sie ist überall: die Urgewalt des vulkanischen Gesteins, das die Insel glänzend schwarz überzieht, Feuer und Wasser, Fruchtbarkeit und Ödnis liegen hier dicht beieinander.

Anfang der 90er Jahre beschließt ein Künstler, sein gewohntes Umfeld im malerischen Mainfranken zu verlassen. Er läßt eine gesicherte, erfolgreiche Künstlerexistenz zwischen Arnstein, Würzburg und Stuttgart hinter sich. Tauscht liebliche Natur und bürgerliches Idyll gegen den radikalen, ungesicherten Neuanfang auf einer Kanareninsel, die er bislang nur als Tourist kannte.

Es war die widersprüchliche Faszination Lanzarotes, die den Maler Manfred Beck-Arnstein in ihren Bann gezogen hatte, als er 1995 endgültig beschoß, seinen Lebensmittelpunkt dorthin zu verlegen. "Seit einer ersten Reise nach Lanzarote im Jahr 1972 war ich fasziniert von den Urkräften, die hier spürbar werden. Außerdem hatte ich mich satt gesehen am deutschen Grün - in - Grün. Ich suchte eine neue Inspirationsquelle, von der ich wußte, daß ich sie hier finden würde."

Der 1946 geborene Künstler konnte bis zu diesem Zeitpunkt ebenso auf eine erfolgreiche Künstler-Laufbahn wie auf ein einträgliches Auskommen schauen. Als Schüler des phantastischen Realisten Wolfgang Lenz an der Werkkunstschule Würzburg und später an der Stuttgarter Kunstakademie bei Gollwitzer und Haegele ausgebildet, machte sich Beck-Arnstein früh einen Namen. Zudem entsprachen die Arbeiten des Künstlers, der seit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt Arnstein im Jahr 1987 deren Namen trägt, auch dem Trend der Zeit. In großformatigen Werken erkundet er mythisch - phantastische Welten, was häufig die Zuschreibung zur Wiener Schule, insbesondere zu Ernst Fuchs nach sich zog - und wenig Raum für künstlerische Entwicklung abseits dieses Pfades übrig ließ.